Literaturempfehlung – Noah Sow: Deutschland schwarzweiss

8. September 2008 | Von | Kategorie: Aktuelles

Noah Sow hat viele Talente. Man kennt sie als Musikerin, Moderatorin, Sprecherin und … nun auch Schriftstellerin. Ihr Buch beschreibt den alltäglichen Rassismus, wie wir ihn wahrnehmen oder leider auch nicht wahrnehmen. Denn darum geht es maßgeblich. Nicht darum, dass wieder irgendwelche rechte Gruppen Aufmärsche vor irgendwelchen Denkmälern veranstalten, sondern darum, warum z.B. die Medien durch die Bank weg berichten müssen, dass der Bankräuber schwarzer Hautfarbe war. Dabei ist das Buch nicht etwa als Anklage geschrieben, sondern eher als eine Gebrauchsanweisung: wie erkenne ich den alltäglichen Rassismus und was kann ich dagegen tun?

Auszug aus der Buchbeschreibung des Verlags:

Wir sind mit den vielfältigsten Rassismen aufgewachsen. Im Kindergarten spielten wir „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“. Wir denken uns nichts dabei, wenn uns im Schuhgeschäft die Figur eines schwarzen Dieners aus Porzellan begrüßt. Wir stutzen, wenn die Anwältin, die vor Gericht erscheint, Schwarz ist.

Alltäglicher Rassismus beginnt nicht erst bei gewalttätigen Übergriffen. Er manifestiert sich in Aussagen wie „die deutsche Nationalmannschaft ist ja wirklich nicht sehr deutsch“ oder in der Feststellung, die Sängerin Jessye Norman trete „wie eine Stammeskönigin“ vor ihr Publikum.

Wenn wir gefragt werden, sind wir natürlich gegen Rassismus. Um ihn jedoch bewusst bekämpfen zu können, muss man ihn zunächst verstehen lernen. Und dazu müssen wir lieb gewordene „Gewissheiten“ hinterfragen.

Vor dem Hintergrund ihrer langjährigen Antirassismus-Arbeit legt Noah Sow den Finger in die Wunde des unbewussten Rassismus und sorgt für jede Menge erkenntnisfördernder Stolpersteine. Sie erklärt, warum es schlimmer ist, „Die weiße Massai“ zu Ende zu lesen, als nicht zur Lichterkette zu gehen; wie selbst UNICEF-Werbungen sich rassistischer Klischees bedienen – und was Schwarze Menschen denken, wenn Weiße sie auf ihre Haare ansprechen.

Noah Sow spricht unbequeme Wahrheiten aus und stößt damit einen Erkenntnisprozess an, der Veränderungen bewirkt.

Das wird sich lohnen – für alle.

Mehr zum Buch, die Autorin und das Thema Rassismus finden Sie >>hier<< .

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